.
Honigbienen sind ursprünglich - also seit vielen Millionen Jahren - Waldinsekten. Und ihr natürlicher Niststandort sind Baumhöhlen, die durch Verrottung oder zum Beispiel Spechte entstanden sind. Man muss lange suchen und es erfordert auch eine ordentliche Portion Glück und Erfahrung, um sie zu entdecken.
Die Lebensbedingungen in der Wohnhöhle im Bienenbaum unterscheiden sich grundlegend von den Bedingungen, die der Mensch den Honigbienen in seinen sogenannten Beuten (siehe unten) üblicherweise bietet.
Es ist noch gar nicht all zu lange her, als diese Aussage unter „Bienenexperten“ noch als Standardantwort galt. Über wild lebende Honigbienen wurde - wenn überhaupt - hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Wild lebende Honigbienenvölker ohne imkerliche Betreuung galten ohne Überlebenschance. Hier hat sich in den vergangenen Jahren zum Glück einiges zum Positiven getan und es ist dem Einsatz Einzelner zu verdanken, dass die Rehabilitation der wild lebenden Honigbienenvölker mittlerweile in Gang gekommen ist.
Dennoch, die Zahl der Skeptiker ist noch groß und gleichzeitig ist auch klar, dass in den kommenden Jahren noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten sein wird, bis die wilden Honigbienen in der Breite und in den Köpfen möglichst vieler Menschen angekommen sind.
Honigbienen bevorzugen Wohnhöhlen mit einem Volumen um die 30 bis 40 Litern. Deutlich weniger als in den meisten menschengemachten Bienenbeuten.
Hoch oben in mehreren Meter Höhe (3m - 5m) findet man die wilden Honigbienen, keinesfalls auf dem kalten Erdboden oder der feuchten Wiese.
Ein Bienenvolk pro Quadratkilometer, je nach Qualität des Habitates auch einmal deutlich mehr oder deutlich weniger, das ist in etwa die natürliche Völkerdichte bei den wilden Honigbienen. Man lebt also nicht in Reihenhaussiedlungen sondern auf Abstand.
Das ca. fünf Zentimeter große Flugloch lässt sich gut gegen Feinde verteidigen und ist für eine Klimatisierung des Stockinneren ausreichend. Es liegt zumeist im unteren Drittel der Baumhöhle, dort wo sich im Frühsommer das fluglochnahe Brutnest schnell erreichen lässt. Im Winter, wenn sich die Bienen in die Wintertraube unter das obere Höhlendach zurückziehen, verhindert das kleine Flugloch einen zu großen Wärmeverlust.
Das Innere der Baumhöhle bietet den Bienen sehr ausgeglichene klimatische Verhältnisse. Nur geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht ermöglichen den Bienen einen geregelten Temperaturhaushalt im Inneren. Je dicker die Höhlenwände und je mehr Masse das Bienenvolk umgibt, umso träger reagiert das System auf Temperaturschwankungen von außen, ein ständiges „Gegensteuern“ des Bienenvolkes wird überflüssig. Im einfachsten Fall, bei kleineren Baumhöhlen, füllt das Wabenwerk des Honigbienennestes die Baumhöhle komplett aus. Die Klimatisierung wird für die Bienen einfacher, die einzelnen Wabengassen bilden dabei eigenständige „Klimazonen“.
Aber auch außerhalb der Baumhöhle im Wald herrschen mit dem Wechsel von Licht und Schatten, gebremstem Wind und mittlerer Luftfeuchtigkeit bereits sehr ausgeglichene klimatische Verhältnisse. Hiervon dürften Bienenvölker in dünnwandigen Holzkisten und vollsonnigem Standort Mittags um 12 Uhr sicherlich nur träumen.
Aufgrund der hervorragenden Wärmedämmung der dicken Höhlenwände lebender oder toter Bäume bietet sich den wilden Honigbienen die Chance, auch mit geringen Honigvorräten über den Winter zu kommen. Die kleinen Völkergrößen spielen bei der energiesparenden Überwinterung eine wichtige Rolle.
Bienenvölker setzen vor allem im Frühsommer bei vollem Brutgeschäft erhebliche Mengen an Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit frei, welches durch das Holz der Höhlenwände aufgenommen und zwischengespeichert wird. Die mit Propolis beschichtete Höhlenwand scheinen diesen Mechanismus zu steuern. Im Winter kehrt sich der Feuchtigkeitstransport um, so dass die Bienen in der Wintertraube hinsichtlich ihres Wasserbedarfes hiervon profitieren können.
Ecken und Kanten der menschgemachten Bienenbeuten kennt die natürliche Wohnhöhle der Bienen im besten Falle nicht. Die allseits abgerundete und kompakte Form der Baumhöhle entspricht der kugelförmigen Form des Brutnestes und damit dem Wesen der Bienen. Die Vorteile:
● ein geringer Wärmeverlust
● keine Kältebrücken
● kein Problem mit Kondenswasser
in den Ecken und somit...
● keinen Schimmelbefall
Während die Bienen für ihr Wabenwerk die oberen Zweidrittel der Wohnhöhle beanspruchen, führt das untere Drittel oft ein Eigenleben. Dort sammelt sich Mulm und allerlei von den Bienen Herabgefallenes wie tote Bienen, ausgeräumt Brut, Reste von Wachs, Pollen und Propolis, abgebrochene Wabenstücke, tote Milben und Parasiten und weitere Abfälle der Bienen. In diesem "Bodensatz“ der Baumhöhle bilden die Resteverwerter der Bienenkolonie ein eigenes kleines Ökosystem aus. Von denen sind der Bücherskorpion und die Kleine und Große Wachsmotte die Bekanntesten. Viele weitere Tierarten und Mikroorganismen warten als Mitbewohner der wilden Honigbienen noch auf ihre genauere Erforschung.
Auch wilde Honigbienen müssen sich gegen ihre natürlichen Feinde wie Spechte, Hornissen und dergleichen zur Wehr setzen. Doch durch die hohe Lage sind sie hervorragend gegen den bodenbewohnende Störenfriede geschützt. Ja, auch den Menschen. Es kommt zu keinem menschlichen Eingriff, zu keiner Schwarmverhinderung, zu keinem Honigklau durch den Menschen. Gerade das unterscheidet wilde Honigbienen von solchen, die in imkerlicher Obhut leben.
Baumnachbauten wie der Schiffertree® sind Wildtierbehausungen - ähnlich eines Vogelhauses -in die wilde Tiere (hier: i.d.R. schwärmende Honigbienen) einziehen können.
Wie im Abschnitt "Baumhöhle" zu lesen ist, unterscheiden sich die klimatischen Bedingungen in einer echten Baumhöhle eklatant zu von Menschen erstellten Bienenbeuten in Kistenform - sei es für Honigbienen, Hornissen oder Fledermäuse. Es ist dabei nachrangig, ob diese Kisten aus Holz oder Kunststoff erstellt wurden.
Der Schiffertree (u.a. Anbieter) versucht das natürliche Mikroklima einer Baumhöhlen nachzuahmen. Die Wärme- und Feuchteregulierung ist durch das massive Holz um ein Vielfaches besser für die Tiere austarierbar, als in einer von Menschen erstellten Beute mit im Vergleich dünnwandigen Wänden.
Auch der runde Querschnitt trägt zu einem optimaleren Klima bei dieser Höhlensimulation bei. Konstruktive Wärmebrücken wie in Kistenformaten gibt es nahezu nicht. Die hohe Wandstärke verbessert auch den Wärmedämmwert und orientiert sich an Baumstammmaßen größerer Bäume.
Auch der Schiffertree bietet die Option der Honigentnahme; wenn auch in deutlich geringeren Mengen. Dieses, da das System grundsätzlich nicht auf die gleichen Ziele wie in der klassischen Imkerei ausgerichtet ist.
Die Bienenkiste ist eine sogenannte “Horizontalbeute”. In Nordeuropa ist diese Art der Bienenhaltung kaum noch bekannt, obwohl sie eine über 6000-jährige Tradition hat und noch heute in vielen Ländern praktiziert wird.
Die Bienenkiste basiert auf dem Krainer Bauernstock - einer Weiterentwicklung römischer Horizontalbeuten. Das Konzept der Honigraumerweiterung greift ebenfalls traditionelle Konzepte auf, die bereits seit Tausenden von Jahren praktiziert werden.
Das Hauptmerkmal dieser flachen ca. 100x45x20 cm großen Bienenkiste ist das abnehmbare Boden- und Rückbrettbrett. Dadurch sind Inspektionen und Behandlungen (z.B. gegen die Varroamilbe) des Bienenvolkes durchführbar. Das Wabenwerk wird durch die Bienen im Naturwabenbau als Stabilbau errichtet. Im hinteren Drittel können Waben zur Honigernte entnommen werden.
Aufgrund der Größe der Bienenkiste kann also (wie bei nahezu allen von Imkern genutzten Bienenbeuten) von Massentierhaltung gesprochen werden.
Weblink zur Seite Bienenkiste.de
Magazinbeuten sind künstliche Nisthöhlen für Honigbienen. Sie werden in der modernen Imkerei als Behausung (Beute) von Honigbienen verwendet.
Eine Magazinbeute hat zumeist ein quadratisches Format mit einer Kantenlänge von ca. 50 cm. Es gibt sie in Holzvarianten wie auch in solchen aus Schaumpolystyrol. Sie besteht aus einem Boden, einer oder mehreren übereinander gesetzten Zargen in der Mitte und einem Deckel.
In die oben und unten offene Holz- oder Kunststoffzarge werden von oben Rähmchen mit den Bienenwaben eingehängt.
Der Boden hat ein Flugloch (Schlitz) und der Deckel hat eine Abdeckung als Wetterschutz. Je nach Volksstärke, die in gemäßigten Breiten im Jahreslauf stark schwankt, werden eine bis maximal vier oder gar fünf Zargen pro Volk und Beute verwendet. Es kann also (wie bei nahezu allen von Imkern genutzten Bienenbeuten) von Massentierhaltung gesprochen werden.
Das geschwungene Massivholz ähnlich einem Schiffrumpf; daher die Bezeichnung. Bei diesen Profilleisten wird es den Bienen durch die große Fläche sehr gut ermöglicht, Naturwabenbau zu realisieren.
Dadurch wird Fremdwachs im Honig fast vollständig vermieden. Nur das Wachs dieses einen Volkes ist im Honigraum zu finden. Durch die 10mm der Abstandshalter haben auch diese Leisten einen identischen Abstand wie die Leisten des Stabilbaus im Brutraum. Diese sind zumeist mit Wachsmittelstreifen versehen.
Es gibt diese Schiffsrumpf-Form auch für die Magazinbeuten als Rähmchen in den zu den Systemen passenden Dimensionen.